Hey hey hey! Gut zwei Wochen nach meiner Abreise hab ich endlich die Gelegenheit, zu bloggen. Die Verspaetung tut mir Leid, aber es passt letztlich sehr gut dazu, wie Afrika uns Geduld lehrt. Aber zunaechst noch ein paar Worte zur Reise.

Wir hatten einen guten Flug mit grossartigem Essen

und standesgemaessem Heineken an Bord, in Dubai hatten wir genug Zeit, um uns bei einer gefuehlten Luftfeuchtigkeit von "nass" eine Taxi-Tour durch Dubai zu goennen.

Kurz vor dem Weiterflug haben wir Uli, den Dritten Ravensburger, kennengelernt. Uli ist ein humorvoller Bayer, der wie seine Landsleute Bier als Grundnahrungsmittel ansieht. Am Flughafen in Joburg wurden wir dann von zwei Mitarbeitern des International Offices abgeholt, die leider eine schlechte Nachricht fuer uns hatten: aufgrund eines "Kommunikationslecks" zwischen Ravensburg und Johannesburg wurde keine Bleibe auf dem sicheren Campus fuer uns reserviert - fuer den Moment waren wir theoretisch obdachlos. Also haben wir die erste Woche nach unserer Ankunft in einer fremden WG

und in einem Gasthaus verbracht, was uns einerseits einen Haufen Geld gekostet hat, andererseits lernten wir so schon am ersten Abend grossartige Menschen kennen. Dazu gehoeren vor allem zwei Brueder aus Zimbabwe,

die sich unserer angenommen haben und uns waehrend der ersten Woche von morgens bis abends als Tour-Guides gedient haben...Entgegen der Warnungen vor der Innenstadt haben sie uns nach "Joburg CBD" gebracht, was eine sehr 'adrenalingeladene' Erfahrung war, weil wir uns nicht der Gefahr bewusst waren - wir haben auf jeden Fall mal viel Aufmerksamkeit geschenkt bekommen, ("Daniel in der Loewengrube") koennte daran liegen, dass wir in den 20 Minuten Aufenthalt die einzigen Weissen waren, die ich in CBD gesehen hab... Die Innenstadt von Johannesburg ist ziemlich traurig anzusehen,

da die Kriminalitaet seit Ende der Apartheid so gestiegen ist, dass die meisten Unternehmen aus der Innenstadt ausgezogen sind und die vielen Gebaeude praktisch leer stehen.

Neben CBD haben sie uns verschiedene Malls gezeigt, haben uns in die Nutzung der "oeffentlichen Verkehrsmittel" (schrottreife Kleinbusse, die sich mit bis zu 20 Insassen hupend ihren Weg durch den Verkehrsjungel erkaempfen)

eingewiesen, haben uns die Uni

und die "Partymeile" Mellville gezeigt, wo wir einen richtig guten Abend mit anderen Internationals und Heineken hatten. Nach der ersten Woche haben wir endlich unsere Bleibe bezogen, ein nettes Haus,

mit grossem Garten, ohne Internet - aber mit Putzfrauen!

:D Um zu meinem Zimmer zu gelangen, muss ich verschiedene Sicherheitsschloesser und Tore ueberwinden und die individuelle Alarmanlage meines Zimmers ueberwinden - naja, mit der Kriminalitaet ist es schon so, dass sie einem in gewisser Weise die Freiheit raubt, da man sich immer nach der Sicherheit richten muss - Liverpools Credo "you'll never walk alone" bekommt hier eine ganz andere Bedeutung. ;) Zum Thema Geduld gibts noch zu sagen, dass wir eine ganze Woche (von Montag bis Montag) gebraucht haben, um uns hier einzuschreiben, aber mittlerweile laueft alles einwandfrei, die Vorlesungen sind groesstenteils interessant und wir kommen von Anfang an besser mit, als wir erwartet hatten. Am Wochenende haben wir zu einer Runde europaeischem Essen bei uns zuhause geladen, den Samstag haben wir dann bei einer Grillparty im Haus der Brueder aus Zim verbracht... Sonntag waren wir mit unserem chinesischen Taxifahrer und seinem - was denn auch sonst - schrottreifen Mercedes

im Apartheid Museum, was eine interessante und erschreckende Lehrstunde war.



Fuers kommende Wochenende sind Trips nach Soweto, und zu den Goldminen vorgesehen. Fuer all diejenigen, die mich schon mal mit dem Auto zum Zigarettenautomaten haben fahren sehen - ich bin hier taeglich mindestens 2 Stunden by feet unterwegs. :D So, das soll fuer die ersten Wochen reichen, fortan versuche ich oefter zu posten! Bisher ist es hier echt einmalig! Gruesse an Alle aus Johannesburg.